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Über die Übersetzung

»Die Schrift« ist nicht bloß eine Übersetzung, sondern eine »Verdeutschung« – ein Versuch, den Geist und den Rhythmus des hebräischen Urtextes in der deutschen Sprache lebendig werden zu lassen.

Die Schöpfer

Begonnen im Jahr 1925, ist dieses monumentale Werk das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier der bedeutendsten jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts: Martin Buber und Franz Rosenzweig.

Nach Rosenzweigs frühem Tod im Jahr 1929 führte Buber das Werk alleine fort. Trotz der Verfolgung durch das NS-Regime und Bubers Emigration nach Jerusalem wurde die Übersetzung 1961 vollendet.

Portrait von Martin Buber
Martin Buber
Bildquelle: Wikimedia
Portrait von Franz Rosenzweig
Franz Rosenzweig
Bildquelle: Wikimedia

Das Prinzip der »Verdeutschung«

Buber und Rosenzweig verfolgten einen radikal neuen Ansatz. Statt den hebräischen Text in ein glattes, geläufiges Deutsch zu pressen, wollten sie das Deutsche »umfremden«, um den ursprünglichen Charakter der Schrift zu bewahren.


»Die Schrift« ist weitestgehend eine konkordante Übersetzung und bedient sich einer dichterischen Sprache. Sie strebt an, den sprachlichen Charakter des Urtextes wiederzugeben, z. B. »Irrsal und Wirrsal« für »tohu wabohu«. Sie soll »übermitteln, was da steht«, und versucht, die Gliederung der Atemzug- und Sinneinheiten des Originals wiederzugeben.

  • Atemzugeinheiten (Kola): Der Text ist in rhythmische Einheiten gegliedert, die dem menschlichen Atem und dem mündlichen Vortrag folgen.
  • Leitwort-Prinzip: Wiederkehrende hebräische Wurzeln werden konsequent mit denselben deutschen Entsprechungen wiedergegeben, um die inneren Bezüge des Textes sichtbar zu machen.
  • Der Gottesname: Anstelle von »HERR« nutzen Buber und Rosenzweig Personalpronomen wie ICH, DU oder ER, um die unmittelbare Gegenwart Gottes (JHWH - »Ich werde dasein«) auszudrücken.
»Die Aufgabe des Übersetzers ist eben ganz missverstanden, wenn sie in der Eindeutschung des Fremden gesehen wird... es geht darum, das Deutsche umzufremden.«
— Franz Rosenzweig

Über dieses digitale Portal

Diese Website macht die Fassung von 1929/1938 digital zugänglich.

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